Eine kurze Geschichte der Business Class – Wie eine Notlösung zum Event wurde

Wissen Sie eigentlich, woher die Abkürzung ‚C‘ für Business Class kommt, obwohl ‚B‘ doch viel logischer wäre? Nein?

Für die Antwort müssen wir einen kurzen Abstecher ins Jahr 1978 machen, die Geburtsstunde der Business Class durch Pan Am (auch wenn Qantas das nicht so sieht, die Konkurrenz aus Down Under beansprucht die „Erfindung“ für sich). Der Hintergrund für diese Entwicklung ist denkbar einfach… Tarifstreitigkeiten. Full-Fare Economy Kunden waren nämlich gar nicht von der Tatsache begeistert, dass sie wegen mangelnder Flexibilität in Bezug auf Umbuchung, Stornierung, etc.. kräftig zur Kasse gebeten wurden, während andere Passagiere für den gleichen Platz nur einen Bruchteil zahlten. Aus der Not heraus entwickelte Pan Am also eine vollkommen neue Reiseklasse für besagtes Klientel, die „Clipper Class“ – die ‚C‘-Klasse war geboren. Mehr Beinfreiheit oder Sitzkomfort suchte man zu dieser Zeit allerdings vergeblich, es ging eher um eine Sonderbehandlung in puncto Service, zum Beispiel in Form von separaten Ticketschaltern, um einen besonderen Status zu demonstrieren.

Der Wendepunkt kam schließlich 1992, als Continental Airlines die BusinessFirst auf den Routen nach London und Paris einführte. Die Unterschiede zu den vorherigen Angeboten waren gravierend, es gab mehr Beinfreiheit, keine ungeliebten Mittelsitze mehr und besseres Essen – und das Ganze zu Business Preisen.

Seitdem ging es Schlag auf Schlag, der nächste Höhepunkt folgte im Jahr 2000, als British Airways als erste Airline überhaupt vollkommen flache Betten in der Kabine verbaute, aufgrund des Platzmangels allerdings auch entgegen der Flugrichtung, was nicht bei allen Gästen gut ankam.

Um dies zu umgehen, griffen andere Fluggesellschaften lieber auf geneigte Liegesitze zurück – ebenfalls keine optimale Lösung. Mittlerweile sind wir zum Glück beim vollkommen flachen Bett in Flugrichtung als Standardausstattung angekommen. Aber das heutige Business Class Reisen geht weit über einen bequemen Sitz hinaus, in den letzten Jahren zeichnete sich ein weiterer Trend ab, der die Airlines zum Handeln zwingt: der Flug entwickelt sich weg vom reinen Transportzweck hin zum Event und wird somit Teil des touristischen Erlebnisses.

Und genau deswegen kommen wir heute in den Genuss von Konzepten, die vor einigen Jahren in der Luft noch undenkbar waren: Lounges und Bars in 10.000 Metern Höhe, Weinproben an Bord und kulinarische Erlebnisse wie im Sternerestaurant. So kann es gerne weitergehen.

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