Von wegen ‚Billigflieger‘ – Low-Cost-Carrier auf der Langstrecke

In den letzten Jahren konnte man verstärkt beobachten, dass sich immer mehr Low-Cost-Carrier an Langstreckenverbindungen wagen, einige davon haben sogar eine Business Class oder zumindest Premium Economy im Angebot. Aber wie schneiden diese Airlines im Vergleich zu den anderen ab und wo machen sie gegebenenfalls Abstriche in Bezug auf den Leistungsumfang? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir die Premiumkabinen von Norwegian, Eurowings und La Compagnie etwas genauer unter die Lupe genommen.

Als erste dieser drei Airlines nahm Norwegian Langstreckenverbindungen in ihren Flugplan auf, und zwar 2013 mit Zielen in den USA und Thailand. Seitdem ist die Fluggesellschaft rasant gewachsen und auch das Streckennetz wurde kontinuierlich ausgebaut, heute gibt es eine Vielzahl an Destinationen in den USA sowie Flüge nach Bangkok, Singapur und Buenos Aires. Auf allen genannten Strecken kommt der Boeing 787 Dreamliner zum Einsatz, allerdings mit unterschiedlicher Bestuhlung in der sogenannten Premium Cabin. Diese umfasst entweder 32, 35 oder (seit diesem Jahr) 56 Plätze in einer 2-3-2-Konfiguration. Die Sitze haben zwar nur einen begrenzten Neigungswinkel, dafür aber viel Beinfreiheit, in den kleineren Kabinen sogar 140 Zentimeter. Außerdem erhöht eine separate Fußstütze den Komfort. Der Sitz lässt sich wohl am ehesten mit jenen Modellen vergleichen, die bei der inneramerikanischen First Class zu finden sind, und erfüllt absolut seinen Zweck.

 

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Norwegian Premium Cabin

 

La Compagnie startete im Juli 2014 mit der Verbindung Paris – New York und hat sich mittlerweile auf diese Strecke spezialisiert (die einzige nennenswerte Änderung ist der Umzug vom Flughafen Charles-de-Gaulle nach Orly im April 2018). Dementsprechend klein ist auch die Flotte mit nur zwei Maschinen vom Typ Boeing 757-200, eine Besonderheit erwartet die Gäste allerdings trotzdem: La Compagnie bietet ausschließlich Business Class Plätze an, insgesamt 74 in einer 2-2-Konfiguration. Der Sitz ist 66 Zentimeter breit und verfügt über einen Neigungswinkel von 175 Grad, was ja schonmal recht ordentlich ist. Es geht aber noch etwas besser…

 

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La Compagnie

 

Und zwar bei Eurowings. Die Lufthansatochter bedient seit November 2015 Langstreckenziele, bevorzugt Urlaubsdestinationen in der Karibik. Seit Ende April 2018 gibt es auch eine vollwertige Business Class an Bord von zwei A340-Maschinen, die von Düsseldorf nach New York, Miami, Fort Myers, Punta Cana und Cancun unterwegs sind. Die Kabine besteht aus 18 Plätzen in einer 2-2-2-Konfiguration und kommt mit einem echten Highlight daher: Es wurde der identische Sitz wie bei der Lufthansa verbaut, was bedeutet, dass er sich in ein vollkommen flaches und zwei Meter langes Bett verwandeln lässt, was unserer Meinung nach wirklich nicht mehr viel mit ‚Billigflieger‘ zu tun hat.

 

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Eurowings BIZclass

 

Deswegen fällt unser Fazit sehr positiv aus, vor allem bei Norwegian und Eurowings. Eurowings kann einen klaren Vorteil beim Sitz verbuchen und auch das Essen ist qualitativ top, schließlich stammt es von den LSG Sky Chefs. Dafür ist Norwegian schon länger im Geschäft und konnte sich in den letzten Jahren einen exzellenten Ruf aufbauen, Gäste sind insbesondere vom Service an Bord sehr angetan. Außerdem wurde die Airline 2017 bei den Skytrax Awards als ‚World’s Best Long Haul Low-Cost Airline‘ ausgezeichnet, was die Meinung der Reisenden eindeutig widerspiegelt.

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